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20.10.2017

Die Brandmeldeanlage hatte einen Alarm ausgelöst. Die Erkundung des betroffenen Bereiches ...

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19.04.2010 | Unfallfrei zum Unfallort - Blaulicht-Simulator für Rettungsdienste

Mit 155 Sachen saust der Rettungswagen Richtung Einsatzort über die Landstraße. Die Bäume rechts und links verschwimmen zur dunkelgrünen Wand. Die Sirene heult. Die Finger rutschen schweißverschmiert über das Lenkrad. Jede Sekunde zählt. Abbremsen beim Ortseingangsschild. Zebrastreifen. Mutter mit Kind. Vollbremsung. Zu spät. Erwischt. Das Horrorszenario flimmert über drei Bildschirme. Es war simuliert. Der Schrecken war es nicht.

In Steinfurt steht Deutschlands einziger Simulator für Blaulichtfahrten. Der „Sondersignalfahrt-Trainer“ soll Rettungsdienste für Einsatzfahrten schulen, um die Zahl der Unfälle zu senken. Ausreichend genutzt wird die Maschine allerdings nicht.

Bernhard Duesmann ist ein freundlicher Mann mit Weißhaar-Schnurrbart. 1972 trat er in die Feuerwehr ein und nie wieder aus. In Steinfurt ist Duesmann Kreisbrandmeister. Ein sehr guter, wie seine Kollegen sagen. Mit guten Ideen, wie Duesmann sagt. „Blaulichtfahrten sind Stress pur“, weiß er. Und: Das Risiko für Rettungshelfer, dass es auf ihrem Weg zum Einsatzort rumst, ist 17 Mal höher als gewöhnlich. Und: Etwa 60 Prozent aller Unfälle werden Verkehrsexperten zufolge von den Einsatzfahrern selbst verschuldet. „Kann man da nicht was tun?“, fragte ein Feuerwehrmann Duesmann. Der Kreisbrandmeister war Feuer und Flamme.

Duesmann wollte für die rund 2500 Feuerwehrleute in seinem Kreis einen Fahrsimulator speziell für Rettungskräfte besorgen. Zusammen mit einer Leipziger Firma und dem Würzburger Institut für Verkehrswissenschaften entwickelte er den Blaulichtfahrtensimulator. Der Kreis Steinfurt finanzierte den Erfindergeist. Seit Sommer vergangenen Jahres steht der Prototyp in der Feuerwache.

Eine fünfköpfige Männerriege vom Deutschen Roten Kreuz Gelsenkirchen ist an diesem Tag zum Fahrtest angereist. Der Rettungshelfer Danny Zimmer klemmt sich hinter das Lenkrad. Auf drei Bildschirmen flimmert die virtuelle Straße. Dreizehn Rechner betreiben den Simulator.

Nach einer Einführungsfahrt werden brenzlige Situationen trainiert: Eine unkontrollierte Gassenbildung. Ein unachtsamer Fußgänger. Ein Lkw, der die Sicht nimmt. Insgesamt 32 Szenarien umfasst das Programm. Danny Zimmer schwitzt. „Ich finde es gut, dass es den Simulator gibt“, sagt Rettungsassistent Sven Budde. Er meint, es gebe zu wenig Trainingsangebote für den Rettungsdienst.

Doch nicht alle sehen das so. Der Sondersignalfahrten-Trainer ist nicht ausgelastet. Vielen Trägern fehlt das Geld, eine fünfstündige Schulungseinheit kostet pro Person 50 Euro. „Feuerwehr und Polizei sind seit jeher konservativ“, sagt Duesmann. „Sie rücken leichter den schiefen Turm von Pisa gerade, als in unserem System was zu verändern.“ Aus den Lautsprechern quietscht es. Danny Zimmer hat die rote Ampel übersehen.

Bericht:
Westfälische Nachrichten / DPA

Link:
www.westfaelische-nachrichten.de/aktuelles/muensterland/1299358_Unfallfrei_zum_Unfallort_Blaulicht_Simulator_fuer_Rettungsdienste.html

Fotos:
WERBE MIX Medienagentur GbR - Benedikt Thröner


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